Beatrice Bösiger – Folge des Ukraine Kriegs: Schweizer Banken fürchten wegen Russland Sanktionen um ihr Geschäft in China

Für Schweizer Banken ist China ein zentraler Markt. Kundinnen und Kunden fürchten sich angesichts zunehmender geopolitischer Spannungen jedoch vor möglichen Sanktionen. 

Für Schweizer Banken ist China ein zentraler Markt. Kundinnen und Kunden fürchten sich angesichts zunehmender geopolitischer Spannungen jedoch vor möglichen Sanktionen (foto Carlos Barria)

Folge des Ukraine Kriegs: Schweizer Banken fürchten wegen Russland Sanktionen um ihr Geschäft in China

Eigentlich wollen UBS, Credit Suisse und Co. im Riesenreich expandieren. Doch nun sind reiche Kundinnen und Kunden aus China wegen möglicher Strafmassnahmen besorgt.

Schweizer Banken sind wegen der Sanktionen gegen Russland besorgt. Die Übernahme der EU-Strafmassnahmen gefährde das lukrative Geschäft mit China, schreibt die «Financial Times», die Bankerinnen und Banker dazu befragt hat.

«Wir waren nicht nur überrascht, sondern schockiert, dass die Schweiz ihre Neutralität aufgegeben hat», wird ein nicht genannter Verantwortlicher für das Asien-Geschäft bei einer nicht genannten grossen Schweizer Bank zitiert. «Ich kann es statistisch belegen, dass Hunderte von Kunden, die Kontos eröffnen wollten, dies nun nicht machen.»

Spannungen zwischen China und USA haben zugenommen

Gewisse Finanzinstitute würden daher bereits die Auswirkungen von Sanktionen auf ihre chinesischen Kunden simulieren. Dass Strafmassnahmen gegen das Land verhängt werden, ist nicht völlig aus der Luft gegriffen. Nach dem Abschuss von angeblichen Spionageballonen und Berichten über mögliche Waffenlieferungen aus Peking nach Moskau haben die Spannungen zwischen den USA und China zugenommen.

Das Geschäft mit China ist für die Schweizer Banken heikel. 2014 deckten Journalistinnen und Journalisten auf, dass Schweizer Banken für zahlreiche Mitglieder der chinesischen Elite und ihre Familienmitglieder Kontos eröffnet hatten. Beispielsweise half die Credit Suisse einem Sohn des ehemaligen Premierministers Wen Jiaobo, eine Firma auf den Britischen Jungferninseln – einem Steuerparadies – zu gründen.

Wie viel Geld aus China auf Schweizer Banken liegt, ist nicht bekannt. Für den Schweizer Finanzplatz ist die gesamte Region ein wichtiger Markt. Die Politik hat die bilateralen Verbindungen in der Vergangenheit gefördert. Unter dem ehemaligen Finanzminister Ueli Maurer fanden Gespräche zum Ausbau der grenzüberschreitenden Vermögensverwaltung mit China statt.

Credit Suisse baut Vermögensverwaltung in China auf

<p”>Schweizer Banken sind in Asien schon länger vertreten. Die UBS hat sich als grösster Vermögensverwalter der Region etabliert. In China ist sie unter anderem über ein Gemeinschaftsunternehmen in der Vermögensverwaltung tätig.

Dazu will die kriselnde Bank Personal einstellen – trotz eines Sparprogramms, bei dem bis 2025 weltweit rund 9000 Stellen wegfallen sollen. Wie aus einem internen Memo hervorgeht, das dieser Zeitung vorliegt, soll die Anzahl der Kundenberaterinnen und -berater in China verdoppelt werden. Wie viele Personen sie dort momentan beschäftigt und wie viele sie einstellen will, gibt die Credit Suisse nicht bekannt. 

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Beatrice Bösiger beschäftigt sich als Wirtschaftsredaktorin mit Themen rund um den Finanzplatz. Zuvor war sie bei der «Finanz und Wirtschaft» und davor mehrere Jahre als Korrespondentin in Moskau tätig, von wo aus sie über die gesamte Region berichtete.

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